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Jahresabschluss
Die RLB Tirol AG führt keine derivativen Finanzinstrumente im Handelsbuch.
Bei derivativen Finanzinstrumenten werden die beizulegenden Zeitwerte ermittelt. Der beizulegende Zeitwert ist der Wert eines Objektes
zu einem festgelegten Zeitpunkt.
Für Derivate wird der Zeitwert durch den fairen Marktwert bestimmt und ist jener Betrag, zu dem zwischen sachverständigen, vertragswilli-
gen und voneinander unabhängigen Geschäftspartnern ein Vermögensgegenstand getauscht oder eine Schuld beglichen werden könnte.
Sofern Börsenkurse vorhanden sind, werden diese zur Bewertung herangezogen. Für Finanzinstrumente ohne Börsenkurs werden interne
Bewertungsmodelle mit aktuellen Marktparametern, insbesondere die Barwertmethode und Optionspreismodelle, herangezogen.
Zur Absicherung der Marktrisiken (im Wesentlichen Zinsrisiken, Fair-Value-Hedge-Zinsrisiko) und des Zinsergebnisses bestimmter finanzi-
eller Vermögensgegenstände, Verbindlichkeiten und schwebender Geschäfte setzt die RLB Tirol Derivate ein. Grundgeschäfte sind Wert-
papiereigenbestände, eigene Emissionen und Schuldscheindarlehen bzw. Namensschuldverschreibungen, Bankenfestgelder, Kundenein-
lagen, Kundenausleihungen und Derivate. Sicherungsgeschäfte sind Zinsswaps, Forward Rate Agreements und Zinssatzoptionen.
Im Geschäftsjahr 2014 wurden Verpflichtungen für Close-out-Netting-Vereinbarungen über EUR 602.459 unter den sonstigen betrieblichen
Aufwendungen verbucht.
Die Zielsetzung besteht in einer Reduktion der Ergebnisvolatilitäten. Derivative Geschäfte ohne nachgewiesene Sicherungsbeziehung sind
nach dem Prinzip des imparitätischen Realisationsprinzips zu bewerten. Eine nachgewiesene Mikro-Sicherungsbeziehung ermöglicht die
gleichzeitige Berücksichtigung von gegenläufigen Effekten im Grundgeschäft.
Die Effektivitätsmessung des jeweiligen Sicherungszusammenhangs wird vorrangig durch den Nachweis einer Gegenläufigkeit wesentli-
cher Parameter von Grund- und Sicherungsgeschäft durchgeführt. Dieser Critical Term Match ist bereits ein Nachweis der Effektivität, pro-
spektiv und retrospektiv. Für die restlichen Positionen kommt ein Abgleich des Basis Point Value zum Einsatz. Unter Effektivität wird in
diesem Zusammenhang das Verhältnis der – aus dem gesicherten Grundgeschäft resultierenden – Änderung des Barwertes und der Än-
derung des Barwertes aus dem Sicherungsderivat verstanden. Die RLB Tirol AG bilanziert Sicherungszusammenhänge nur dann als sol-
che, wenn sie voraussichtlich während der gesamten Laufzeit effektiv sind.
Zum Bilanzstichtag bestehen folgende derivative Finanzinstrumente (in TEUR):
Kategorie und Art
Bankbuch
Restlaufzeiten Nominalwerte
Marktwert
positiv
Marktwert
negativ
bis 1
Jahr
> 1 bis 5
Jahre
über 5
Jahre
Zinssatzderivate
Zinsswaps
4.558.872
648.817
1.705.096
2.204.959
177.464
343.726
Vorjahr
5.089.351
1.067.894
1.938.268
2.083.189
139.836
211.011
Zinstermingeschäfte – Verkauf
0
0
0
0
0
0
Vorjahr
0
0
0
0
0
0
Zinsoptionen – Kauf
240.209
1.189
136.680
102.340
7.363
305
Vorjahr
288.845
32.000
14.935
241.910
8.741
237
Zinsoptionen – Verkauf
274.332
1.189
173.767
99.376
528
8.958
Vorjahr
315.168
32.000
44.836
238.332
376
9.260
Wechselkursderivate
Devisentermingeschäfte
464
464
0
0
8
11
Vorjahr
302
302
0
0
0
0
Währungs- und Zinsswaps
1.238.546
348.747
414.697
475.102
8.992
19.345
Vorjahr
1.230.569
304.220
407.257
519.092
10.298
59.272
Für offene Zinsswaps wurde im Geschäftsjahr eine Rückstellung in Höhe von EUR 3.060.000 (Vorjahreswert: TEUR 1.290) gebildet.
Hedge-Derivate
Beizulegender Zeitwert
Negativer Marktwert
in EUR
in EUR
Cap-Floor
-1.370.719
-9.262.336
Swaps
-166.892.853
-311.132.874
Summe
-168.263.572
-320.395.210